LesungenGottesdienste

Eine Botschaft der leeren Kirchen?

Die Kirche soll sich nach Ansicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, weniger um sich selbst und ihre eigene Existenz sorgen. Vielmehr solle sie sich fragen, für wen sie da sei und mit wem sie Prozesse gestalten könne, "die das Leben menschenwürdig und gottwürdig machen", sagte er den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse (Sonntag) in Osnabrück.

"Ich denke in diesen Tagen oft darüber nach, was die Botschaft der leeren Kirchen ist, die uns Corona gebracht hat - auch jetzt, wo es nur einer kleinen Gruppe von Menschen möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern", so Bätzing. Dieses Bild komme der biblischen Erzählung von Pfingsten sehr nahe, in der "eine ängstliche, kleine Gruppe der Jüngerinnen und Jünger" drinnen hinter verschlossenen Türen sitze. "Aber der Herr ist niemand, der sich in geschlossenen Räumen aufhält, sondern der immer unter den Menschen ist", sagte der Bischof von Limburg und fügte hinzu: "Da gehört die Kirche hin."

Pfingsten - das bekannte, unbekannte Fest

Wenn gefragt wird, was das Pfingstfest feiert und wie man den Hl. Geist verstehen kann, wird es schwierig. Die alten Bilder von Taube, Sturm oder Feuerzungen erklären das Gemeinte nur vage, und sprachlich-theologisch ist das Fest, in dem die dritte Person der Dreifaltigkeit/Dreieinigkeit im Mittelpunkt steht, auch nur anzudeuten. Es geht um das Gottesverständnis und darum, Gott als Urgrund und Schöpfer allen Daseins, als von uns Menschen unbedingt verschiedenes transzendentes Sein zusammenzubringen mit dem Gott, der in biblischen Zeugnissen als ein in der Geschichte Israls wirksamer sich offenbarte und den Menschen in Jesus Christus in endgültiger berührbarer, erfahrbarer Deutlichkeit als einer der ihren begegnete. Das alles wäre nur historisch und bloße Erinnerung, wenn dann nicht noch der dritte Aspekt dazukäme: Das Zeugnis von Menschen bis heute, dass dieser Gott, der in Jesus sich gezeigt hat, in anderer Weise auch heute in unserer, meiner Geschichte präsent ist: nicht als Mensch, nicht als Mythos, sondern als Dynamik, als Lebendigkeit in Menschen, die es zu entdecken und zu deuten gilt. Eine Spurensuche im normalen Leben.

Pfingsten

Feurige Zungen sah ich nicht,
es kam kein Sturmwind mit Brausen,
auch vermochte ich nicht,
in fremden Sprachen zu reden.

Hin und wieder spürte ich jedoch neue Kraft
mitten in der Tretmühle des Alltags.

Hin und wieder war der Mut da,
einzutreten für das Recht
des an den Rande Gedrückten.

Hin und wieder sprengte ich
alte Denkmuster und Gewohnheiten,    
hatte Geduld und Verständnis.

Hin und wieder wich die Bitterkeit
und Enttäuschung aus meinem Herzen
und staunte ich über meine Heiterkeit.

Hin und wieder nahm ich Verwundungen an
als Gottes geheimnisvolle Orte des Lernens.

Hin und wieder hatte ich den Mut
zu einem unangenehmen Gespräch,
packte ich eine lange hinausgeschobene Arbeit an.

Hin und wieder – und doch selten genug -
steckte eine geheimnisvolle Kraft mich an -
Ob da wohl der Geist Gottes wirksam war?

                                                                    Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

Kardinal Müller, Erzbischof Vigano und andere: Warum bestimmte christliche Kreise anfällig für Verschwörungstheorien sind

Sie verunsichern. Sie spalten. Sie verführen dazu, die Corona-Pandemie nicht als eine der Krankheiten zu verstehen die -durch Viren bedingt- immer wieder auftauchen, und diesmal eben auch bei uns, sondern dahinter Steuerung und Strategie böser Menschen und Mächte zu sehen. Gut gegen Böse, "wir" gegen "die" -statt alles daran zu setzen, Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln, die die ganze Welt von der Gefahr dieses Virus befreien können. In www.katholisch.de am 19.5.2010 fand sich ein sehr informatives Interview mit Christoph Urban, evangelischer Theologe und Buchautor, das hier, da aufklärend, in ganzer Länge wiedergegeben werden soll:
Von Joachim Heinz (KNA) | Bonn - 19.05.2020
Was haben Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Popsänger Xavier Naidoo und Kochbuchautor Attila Hildmann gemeinsam? Sie alle eint ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Hang zu Verschwörungstheorien. Der evangelische Theologe und Fundamentalismus-Experte Christoph Urban blickt auf die Ursprünge von Verschwörungstheorien. Und erklärt, warum bestimmte christliche Kreise dafür besonders anfällig sind.

Frage: Herr Urban, im Netz und auf Demonstrationen tauchen gerade immer mehr Menschen auf, die eine Verbindung zwischen dem Coronavirus und geheimnisvollen Mächten herstellen. Warum ist das so?
Urban: Die Bedrohung durch Corona schafft offensichtlich ein Bedürfnis nach Sinnstiftung und Komplexitätsreduktion. Viele Menschen fühlen sich überrollt. Sie suchen nach Erklärungen. Das machen sich die Verschwörungstheoretiker zunutze.

Frage: Was bieten die Theoretiker an?
Urban: Gemeinsam ist allen Verschwörungstheorien, dass sie unterstellen: Die Herrschaftsverhältnisse sind nicht so, wie sie zu sein scheinen. Es sind dunkle Mächte am Start, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen.

Der evangelische Theologe Christoph Urban
Bild: © Harald Oppitz/KNA

Frage: Auf Corona bezogen heißt das?
Urban: Dass einige behaupten, Corona existiere gar nicht oder sei eine in chinesischen Laboren gezüchtete Biowaffe. Ein weiterer Mythos gibt die Schuld an der Krankheit dem Microsoft-Gründer Bill Gates. Er wolle mit dem Virus die Interessen der von seiner Stiftung getragenen Impfkampagne nach vorne bringen. Manche konservative Christen schließlich bezeichnen das Virus als Strafe Gottes - beispielsweise für eine angeblich zu liberale Haltung zur Homosexualität. Die Pandemie steht dabei nicht selten als Chiffre für Weltuntergangsszenarien.

Frage: Können Sie das etwas näher eingrenzen? Schließlich sind nicht alle Christen aus dem konservativen Spektrum anfällig für derlei Theorien.
Urban: Beispielhaft nenne ich evangelikale Bewegungen in den USA - Freikirchen, Pietisten, Pfingstler oder Charismatiker - aber auch traditionalistische Kreise in der katholischen Kirche oder Teile der orthodoxen Kirche. Sie tragen sozusagen in ihrer DNA bestimmte Vorstellungen von bösen Mächten in sich, die den Glauben zugrunde richten wollen - Apokalypse und Weltende inclusive.

Frage: Gibt es weitere Gemeinsamkeiten?
Urban: Bei manchen kommt hinzu, dass sie medizinischer Behandlung aus Glaubensgründen distanziert gegenüberstehen, weil sie Gott nicht ins Handwerk pfuschen wollen oder eine spirituell überhöhte Unversehrtheit des Körpers bewahren wollen. Viele messen dem Gottesdienst eine ganz besondere Bedeutung zu - gerade auch im Kampf gegen das Virus.

Frage: Welche praktischen Konsequenzen hat das?
Urban: Daraus resultiert eine gewisse Verweigerungshaltung. Mitglieder der Shincheonji-Kirche Jesu in Südkorea feierten trotz behördlichen Verbots weiter Gottesdienste und infizierten als sogenannte Superspreader das halbe Land.

Frage: In der katholischen Kirche sorgte ein Aufruf von Erzbischof Carlo Maria Vigano für Schlagzeilen. Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller gehört zu den Mitunterzeichnern. Er sagt, dass er damit auch einen kritischen Diskurs über die Verhältnismäßigkeit der Anti-Corona-Maßnahmen anregen will.
Urban: Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber der Aufruf warnt zugleich orakelhaft vor ominösen Eliten, die bewusst Freiheitsrechte entziehen und die christliche Zivilisation zerstören wollen, um eine neue Weltordnung zu errichten, eine "Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht". Eine klassische Verschwörungstheorie und alles andere als neu.

Frage: Wo liegen die Wurzeln dieser Theorie?
Urban: Im US-amerikanischen Protestantismus der 1990er-Jahre, also am Ende des Kalten Krieges. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs verband sich die Wahrnehmung, dass ein neues Zeitalter angebrochen sei. Gleichzeitig verschwand das auch von christlichen Fundamentalisten gepflegte Feindbild des Kommunismus. Sie versuchten daraufhin, diese Leerstelle zu füllen, indem sie ihre Energie gegen die eigene Regierung wandten. Diese würde mit obskuren Mächten paktieren, lautete die Unterstellung. Der damalige Präsident George W. Bush senior eignete sich dafür besonders gut, weil er vorher Chef des Geheimdienstes CIA gewesen war.

Weiterlesen: Coronaverschwörung

Kirche sein – Kirche werden

Erste Gottesdienste in der Woche haben bereits stattgefunden – und auch als „Übungsfeld“ für die kommenden Sonntagsgottesdienste funktioniert: wie geht das konkret in unserer Kirche mit den Abstandsregelungen? Wie sind die Laufwege markiert? Wie desinfizieren wir? – Und das alles so, dass die Feiergestalt des Gottesdienste nicht vollständig hinter all den Anordnungen, Ordnern, Listenführungen, musikalischen Einschränkungen etc. verzerrt und zu einem Gegenbild von „Feier“ wird!
In Dekanat Ostfriesland gibt es keine einheitlichen Regelungen: in manchen Orten ist die Zahl der Gottesdienste in Erwartung größerer Teilnehmerzahlen erhöht worden. In manchen gibt es den Wechsel zwischen Wort-Gottes-Feiern und Eucharistiefeiern, woanders den weiter begründeten grundsätzlichen Verzicht auf Gottesdienst unter diesen Bedingungen. Jede dieser Formen, das gemeindliche Leben in der Liturgie wieder anzuschieben, seht dabei unter dem Vorbehalt einer Erprobung. Was nicht gut ist, soll dann korrigiert und angepasst werden. Vielleicht ist dies auch eine Art und Weise, einmal in der Praxis herauszufinden, welche Erwartungen und Bedürfnisse die Gemeindemitglieder haben, welche Zeiten von liturgischen Feiern für sie in der heutigen Zeit passender sind als vorab gedacht, welche Liturgien gesucht werden und welches Selbstverständnis von Christsein sich entwickelt. Die gerade neu gelebten Formen von privater Liturgie im Hauskreis, in Familien, in digitalen Medien zeigt auch manche neue Chance, dass Gemeindemitglieder sich als Subjekte sehen, als Menschen, die Kirche sind und bilden und nicht nur Kirchen besuchen und dort Liturgie vergleichsweise konsumieren. Deshalb: die jetzigen Erfahrungen sind wichtige Wegweiser für eine lebendige Kirche auch in der Zukunft. Sprechen Sie miteinander über Ihre Erfahrungen und Beobachtungen, bringen Sie dies in die Gremien und Pastoralteams, seien Sie Kirche!  Das was war, wird so nicht mehr bleiben können, das was ist, müssen wir gestalten, für das was kommen wird, legen wir die ersten Spuren!                    Brigitte Hesse, Bild: Peter Weidemann in: www.pfarrbriefservice.de

Teilnehmen an den Entscheidungsfindungen des synodalen Weges

Die erste Vollversammlung des synodalen Wegs hat im Januar stattgefunden. Vier Foren, nämlich: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am „Priesterliche Existenz heute“
- „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und  „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ sind gesetzt und werden bis zur zweiten Plenumsversammlung im September von den jeweiligen Arbeitsgruppen diskutiert und in Beschlussvorlagen gebündelt. Zum Forum 3, "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" erreichte uns das Anschreiben einer Synodenteilnehmerin, in der sie um Mithilfe und Auskünfte bat. Es ist gut, wenn wir alle nicht nur Zuschauerinnen und Zuschauer des "Synodalen Wegs" sind, sondern aktiv daran teilnehmen. Hier der Wortlaut des Anschreibens und die Kontaktmöglichkeiten:
Mail von Sr. Philippa – Berufung/ Geschlechtergerechte Kirche vom 04.05.2020
Liebe engagierte Frauen und Männer,
denen wie mir das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche am Herzen liegt!
Hiermit komme ich mit folgendem Anliegen auf Sie zu und möchte Sie um Ihre Mithilfe bitten. Hintergrund: Ich bin Delegierte beim Synodalen Weg und wurde als solche in das Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ gewählt. Nun arbeite ich mit in einer Untergruppe, die sich mit der theologischen Argumentation im Blick auf die Teilhabe von Frauen am sakramentalen Ordo – Diakonat und weitere Ämter – befasst. Wichtige Stichworte sind in diesem Zusammenhang: neue Ämterstruktur - diakonische Kirche und diakonische Ämter sui generis– die pneumatologische Dimension der Kirche – charismenorientierte Zugänge zu Ämtern und Diensten u.v.m.
Ganz wichtig ist mir und anderen in diesem Zusammenhang das Thema Berufung. Deshalb bin ich auf der Suche nach persönlichen Lebenszeugnissen von Frauen, die sich in Vergangenheit und Gegenwart zum Diakoninnen- und zum Priesterinnenamt berufen fühlten und fühlen und ihre Berufung aus bekannten Gründen nicht leben konnten und können. Wären Sie wohl selber bereit, auf maximal einer Seite Ihre Berufungsgeschichte zu schildern und auch darüber zu berichten, für welche Alternative Sie sich dann warum entschieden haben? Auch darüber vielleicht, was die unerfüllte Sehnsucht in Ihnen bewirkt hat und vielleicht immer noch an Spuren in Ihnen hinterlässt? Und/oder würden Sie meine mail an interessierte Frauen weitergeben?
Mein Ziel ist es dabei zunächst einmal, der „Männerkirche“, aber auch vielen Frauen, die das Thema „gleicher Zugang für alle zu Diensten und Ämtern der Kirche“ immer noch als „Machthunger aufmüpfiger Frauen“ diffamieren, vor Augen zu führen, welches Potential an Berufungen, an Geistkraft, an Charismen der Kirche und den Gläubigen vorenthalten über viele Jahrhunderte wurde und immer noch wird. Ich möchte zum Nachdenken anregen, ja, auch Erschütterung auslösen und ein Bewusstsein dafür erzeugen, wie überfällig eine Kursänderung und Erneuerung in dieser Frage ist.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mitmachen würden. Gerne auch anonym, wenn Ihnen dies notwendig erscheint. Diskretion von meiner Seite her sage ich Ihnen hier selbstverständlich zu. Ihre Texte werden ausschließlich in unserer Untergruppe des Synodalen Frauenforums als Grundlage zum Thema Berufung verwendet.
Falls Sie sich beteiligen möchten, wäre ich für eine zeitnahe Antwort sehr dankbar.
Ihre Sr. Philippa Rath OSB
Abtei St. Hildegard 65385 Rüdesheim am Rhein 06722/499-143 0176/11499143
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dekanatskonferenzen abgesagt

Gottesdienste mit strikten Regeln zur Infektionsvermeidung sind wieder möglich - nicht aber Konferenzen mit 30-50 TeilnehmerInnen. So fällt die für den 13. Mai geplante Konferenz der hauptamtlichen pastoralen MItarbeiter*innen aus, ebenso die für den 19. Juni geplante gemeinsame Konferenz mit der Ag der Pfarrgemeinderäte. Letztere, die thematisch den Stand des synodalen Weges in den Blick nehmen wollte, hatte dazu Frau Dr. Kreidler-Kos, die Mitglied in der Arbeitsgruppe „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ ist, eingeladen, ebenso Katharina Abeln, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Osnabrück. Dieses Treffen wird nun auf den Herbst verschoben und kann - das ist ein positiver Aspekt in der an sich bedauernswerten Verschiebung- Ergebnisse des zweiten Gesamttreffens des synodalen Wegs mit aufnehmen.

 

Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren

Nur noch wenige jetzt Lebende haben ihn durchgemacht, den schrecklichen Krieg von 1939-45, der auch schon in seinen Vorjahren begleitet war von unzähligen Morden und Verschleppungen aus politischen, rassistischen und menschenverachtenden Motiven. Konfrontiert mit diesem Krieg und seinen 55-60 Millionen (!) vor allem zivilen Opfern sind jedoch wir alle. Das Gedenken tut not, um nicht schleichend Ursachen und Folgen zu vergessen oder zu verdrehen, um wachsam zu bleiben und das Versagen von Menschen und Institutionen -auch den Kirchen, wie der gerade publizierte Hirtenbrief zum Thema erschreckend deutlich macht- zu reflektieren. Das ist nicht nur Arbeit an der Vergangenheit, sondern auch Hilfe, um eine solche Ideologie für alle Zukunft zu verhindern. Das klingt einfach, ist es aber nicht, wie der folgende Kommentar von Ricara Menne, der am 7.5. in www.katholisch.de publiziert wurde, deutlich macht:

"Vor 75 Jahren, am 7. Mai 1945, unterzeichnete Genraloberst Jodl die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte, die tags darauf in Kraft trat. In Europa hatte der Zweite Weltkrieg ein Ende gefunden. Angefangen hatte das alles nicht mit dem deutschen Überfall auf Polen. Angefangen hatte es nicht mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Nein, angefangen hatte es viel früher, viel unspektakulärer, viel weniger greifbar:
Mit der Verachtung ausgerechnet vieler staatstragender Schichten und Vertreter für die Demokratie und die Republik. Mit der Bereitschaft, Verschwörungstheorien in Umlauf zu bringen und mit der Angst der Menschen vor sozialem Abstieg zu spielen. Mit der Taktik, ganz verfassungskonform die Verfassung auszuhöhlen, um sie schließlich zum Einsturz zu bringen, und mit "Fake News" die Wahrheit zu verdrehen: "Seit 4.45 Uhr wird zurückgeschossen!"
Alles lange her? – Nein, verdammt aktuell: rechtsextreme Netzwerke in Polizei und Bundeswehr. Politiker, die verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt sind oder als Puppe am Galgen bei Pegida-Demonstrationen durch die Straßen getragen werden. Verschwörungstheorien, die dank Internet und Algorithmen auf Lieschen Müllers PC und in Otto Normalverbrauchers Filterblase landen: die angebliche "Wahrheit" von einem heimlichen Bevölkerungsaustausch durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten oder die Überzeugung, dass die Corona-Pandemie "in Wirklichkeit" vom Zusammenbruch unseres politisch-wirtschaftlichen Systems ablenken solle. Eine sprachliche Verrohung bei Diskussionen in den sozialen Medien. Eine wachsende Szene von Reichsbürgern und Preppern, die die Gesetze der "BRD GmbH" als für sie nicht bindend erachten und sich nicht nur mit Dosenfutter und Benzinvorräten, sondern auch mit Waffen und Schießtraining auf den "Tag X" vorbereiten. Eine Partei, deren Abgeordnete wiederholt bei allem Recht auf freie Meinungsäußerung die Grenze des mit Anstand noch Sagbaren übertreten, um dann schnell wieder zurückzurudern.
Wir sollten uns – nicht nur heute – bewusst sein, dass wir als Bürger eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates nicht nur Freiheiten und Rechte genießen die vielen Menschen verwehrt sind, sondern auch gemeinsam Verantwortung tragen, und dass leider gilt: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.""

Die Autorin
Ricarda Menne ist Lehrerin für Englisch, Geschichte und katholische Religion. Außerdem ist sie in der Hochschulpastoral der Bergischen Universität Wuppertal tätig. Bild: wikipedia

Gottesdienste wieder möglich - Zurückhaltung angemahnt

Bischof Franz-Josef Bode begrüßt es, dass künftig wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden können. „Das ist wirklich ein Grund zur Freude“, schreibt Bode in einem am Dienstag, 5. Mai, veröffentlichten Brief an die Gemeinden des Bistums Osnabrück. Trotz der Lockerungen gebe es aber deutliche Einschränkungen in der Seelsorge. Es werde „keine schnelle Normalisierung“ geben. Laut Bode haben der Gesundheitsschutz und die Eindämmung der Pandemie weiterhin Priorität: „Auch der Verzicht auf Gottesdienste kann aus der Grundhaltung christlicher Nächstenliebe weiter ein Gebot der Stunde sein.“
Im Bistum Osnabrück sollen nach dem Wunsch von Bode öffentliche Gottesdienste erst ab dem 11. Mai gefeiert werden. Mit Gottesdiensten an Werktagen zu beginnen, sei sinnvoller, um Erfahrungen zu sammeln und einen schrittweisen Weg zu gehen, hatte Bode in der vergangenen Woche in einem Brief an die Pfarrer geschrieben. In einem Maßnahmenkatalog gibt das Bistum für die Gemeinden und Einrichtungen eine Reihe von Hinweisen und Empfehlungen, beispielsweise für die Feier der Gottesdienste. Unter anderem wird darauf hingewiesen, für die Kirchen Zugangsbeschränkungen zu veranlassen, um den notwendigen Abstand zwischen den Gottesdienstbesuchern zu gewährleisten. Auf gemeinschaftliches Singen soll möglichst verzichtet werden. Die Kommunionausteilung könne nur „unter Berücksichtigung aller Hygiene- und Abstandvorschriften“ erfolgen. Außerhalb der Gottesdienste sollten die Kirchen als „Orte des Gebetes und der persönlichen Sammlung“ weiterhin offengehalten werden.
Gottesdienste im Internet
Das Bistum überträgt regelmäßig Gottesdienste aus dem Osnabrücker Dom im Internet. Derzeit montags bis freitags um 19 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr. Ab dem 11. Mai immer montags, mittwochs, freitags und samstags um 19 Uhr.(Hier über obigen Einschaltbutton direkt aufrufbar)
Im Hinblick auf die Ferienfreizeiten und Zeltlager im Sommer hält das Bistum „die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, dass Ferienlager mit gemeinsamen Übernachtungen in den Sommerferien stattfinden können“. Die Verantwortung zur Durchführung oder Absage liege bei den Trägern, in dem meisten Fällen also bei den Pfarreien. Bei einer Absage sollten alternative Angebote in den Blick genommen werden. Dazu gibt es vom Bistum weitere Empfehlungen.

Der Mensch Bischof Bode

Interessiert Sie, was unser Bischof so über manche Themen denkt, was er gerne isst oder trinkt, was er tun würde, wenn er mal einen Tag Papst wäre, was er auch noch hätte werden können außer Priester und dann Bischof....Freimütig und sympathisch berichtet unser Bischof aus seinem Leben, zeigt sich als jemand, der geerdet ist und bleibt, weil er immer schon und immer noch beste Kontakte zu "normalen" Familien und Freunden hat. Wir kennen ihn in unserem Dekanat auch als jemanden, der auf Menschen zugeht, sich nicht bloß oberflächlich interessiert, der nicht verschwurbelt redet, sondern sagt, was er denkt. Danke für dieses Video!

Wenn Sie auf das Bild klicken, werden Sie auf den zusammenfassenden Artikel in www.katholisch.de umgeleitet. In diesem befindet sich dann das nebenstehende Bild mit dem Video, das Sie ebenfalls nochmal anklicken müssen und das dann nach einem Moment automatisch anläuft.

 

 

Bistum: Keine Erstkommunionfeiern und Wallfahrten bis Ende August

Vorbereitung auf die ErstkommunionIn den rund 200 Pfarrgemeinden des Bistums Osnabrück finden aufgrund der Coronakrise vorerst bis Ende August keine Erstkommunionfeiern und Firmungen statt. Darüber hinaus sind im Bistum auch alle Wallfahrten bis einschließlich August abgesagt. Das betrifft u.a. die Familienwallfahrt nach Wietmarschen (Grafschaft Bentheim) im Mai, die Männerwallfahrt nach Rulle (Landkreis Osnabrück) im Juni, die Telgter Wallfahrt im Juli und die Mariä-Himmelfahrt-Wallfahrt nach Clemenswerth (Landkreis Emsland) im August.

Die Absage der Erkommunionfeiern betrifft auch unser Dekanat - und die Enttäuschung so viele Jungen und Mädchen, die sich auf ihren großen Tag vorbereitet haben, ist mehr als verständlich. Hoffen wir, dass dies alles nur eine Unterbrechung und Verschiebung ist und nicht eine Verabschiedung! Hoffen wir, dass Katechet*innen und Gemeinden den Kontakt zu Kindern und Eltern halten können und den Glauben an Gott trotz aller Beschränkungen lebendig bleiben lassen.

Bild: Stefanie Bruns in www.pfarrbriefservice.de

Sonnenaufgang mit unscharfem Bibelzitat
Motiv für Ökumenischen Kirchentag 2021 steht fest

Wegen der Corona-Pandemie wurden nahezu alle Großveranstaltungen in nächster Zeit abgesagt. Die Planungen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 dagegen laufen weiter: Gestern, am 15.4. wurde in Frankfurt das neue Kampagnenmotiv vorgestellt – mit Bezug zur aktuellen Situation.

Eine Art Sonnenaufgang hinter der Aufforderung "schaut hin": Mit diesem Motiv präsentiert sich der bundesweite Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main künftig in einer Werbekampagne. Nach Angaben der Veranstalter soll das Großereignis, zu dem im Mai kommenden Jahres mehr als 100.000 Besucher erwartet werden, trotz der derzeitigen Corona-Krise wie geplant stattfinden. "Wir gehen davon aus, dass im kommenden Jahr wieder Großveranstaltungen möglich sein werden", sagte der katholische Präsident des Ökumenischen Kirchentages (ÖKT), Thomas Sternberg, am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz zur Vorstellung der Werbekampagne....
Das Kampagnenmotiv zeigt das Leitwort des Kirchentages "schaut hin" unscharf vor einem Hintergrund, der in seinem Farbverlauf von Dunkelblau bis pfirsichfarben an einen Sonnenaufgang erinnern soll. Limperg sprach von einem "echten Hingucker", weil das Motiv zunächst irritiere. "Wer hinschaut, schaut zwei Mal hin und versucht automatisch scharf zu stellen."

KIBO kostenlos als e-paper

Ein besonderes Angebot macht der Kirchenbote seinen Lesern und allen Interessierten während der Corona-Krise: man kann ihn kostenlos lesen, also auch dann, wenn man nicht Abonnent der gedruckten Ausgabe ist. So wird die Verbindung mit dem Bistum un der Weltkirche gewahrt- ein schönes Zeichen!
Hier der Link zur Ausgabe, in dem die Vorgehensweise dazu beschrieben wird:

https://www.kirchenbote.de/kostenlos-der-corona-krise

Das Evangelium von heute - Tagesimpuls der Erzabtei Beuron

Wenn Gottesdienste, Andachten und Zusammenkünfte vorläufig nicht mehr stattfinden können, ist es ein Verlust, aber nicht das Ende von Kirche. Es gibt viele Ideen und Initiativen, die über die sozialen Medien alternative Formen von Spiritualität anbieten. Dazu gibt es über die streaming-Dienst Gottesdienstüber-tragungen, so jeden Sonntag um 11.00 Uhr und werktags um 19.00 Uhr mit unserem Bischof aus unserem Dom in Osnabrück. Zum Mitfeiern die Adresse: www.bistum-osnabrueck.de
Für die tägliche Einkehr empfiehlt sich u.a. ein Blick auf die Tagestexte des Schott. Auf den Internet-Seiten der Erzabtei Beuron finden Sie für jeden Tag das Tagesevangelium, die Lesungen sowie die entsprechenden liturgischen Gebete. So lässt sich leicht eine eigene Andacht mit den jeweiligen Texten des Tages zusammenstellen und feiern. Hier der direkte Link: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.htmlTagesimpuls

Empfehlenswert sind auch die Angebote der Jesuiten in Frankfurt unter der Adresse: https://www.jesuiten.org/news/wie-sie-am-sonntag-gottesdienst-feiern-koennen
bietet einen wöchentlichen Vorschlag für einen Hausgottesdienst

 

Beratungs- und  Gesprächsangebot der Caritas Ostfriesland

Viele persönliche Kontakte sind in diesen Zeiten nicht möglich oder erschwert.Das ist besonders schlimm, wenn Menschen HIlfe und Rat suchen. Gemeinden und auch das Bistum bieten telefonische Hilfe an, und so auch jetzt die Caritas Ostfriesland mit ihre Fachpersonal. Die Geschäftsführerin, Steffi Holle, ließ der Redaktion folgende  Mitteilung zukommen:
Der Caritasverband steht zur telefonischen Beratung für alle Fragen und Anliegen zur Verfügung!
Melden Sie sich, wenn Sie in Not geraten oder einfach ein persönliches Gespräch benötigen.
Täglich erreichen Sie uns in der Zeit von 10:00 Uhr - 13:00 Uhr.
Menschen aus dem Landkreis Aurich, dem Landkreis Wittmund und der Stadt Emden können sich unter der Nummer 04941/69833716 melden.
Menschen aus dem Landkreis Leer können sich unter folgender Nummer 0491/9279560 melden.

Stellungnahme des Katholikenrates im Bistum Osnabrück zum Zugang von Frauen zu Ämtern und Diensten in der katholischen Kirche

Die Frage nach dem Zugang von Frauen zu Ämtern und Diensten in der katholischen Kirche ist für die Zukunftsfähigkeit der Kirche von entscheidender Bedeutung und hoher Dringlichkeit. Das gilt auch angesichts der jüngsten Aussagen in dem apostolischen Schreiben „Querida Amazonia“. Diese wichtige Frage wird beim Synodalen Weg eine große Rolle spielen und muss dort unvoreingenommen und ergebnisoffen beraten werden.
Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern sind Menschenrechte und in unserer Gesellschaft verfassungsmäßig verankert. Unbestritten ist auch, dass Frau und Mann vor Gott die gleiche Würde haben. Vor diesem Hintergrund ist es nicht akzeptabel, dass die katholische Kirche Frauen die gleichen Rechte abspricht und sie so durch derzeit bestehende Strukturen ausgrenzt.
Frauen gestalten das kirchliche Leben in Gemeinden und katholischen Verbänden maßgeblich mit. Deutlich mehr Frauen als Männer sind in Pfarrgemeinderäten, der Katechese, im Religionsunterricht, der familiären Glaubensvermittlung und der Diakonie und Caritas tätig. Auch in den Hauptamtlichen-Teams der Pfarreien ist der Frauenanteil groß, wie z.B. in den Berufsgruppen der Gemeinde- und Pastoralreferent*innen.
Auf allen kirchlichen Organisationsebenen, in den Caritasverbänden mit ihren angeschlossenen Fachverbänden, in den katholischen Beratungs-, Pflege- und Krankenhaus-Einrichtungen, in den Stiftungsschulen, in der Seelsorge und der Verwaltung sowie in katholischen Vereinen und Verbänden - übernehmen Frauen Verantwortung. Dort jedoch, wo die Übernahme von Verantwortung an das Weiheamt gebunden ist, sind Frauen aufgrund ihres Geschlechtes ausgegrenzt, und dadurch werden ihre Kompetenzen nicht genutzt.
Bischof Dr. Franz-Josef Bode setzt sich als Vorsitzender der Frauenkommission der Deutschen Bischofskonferenz seit Jahren für eine Stärkung der Rolle der Frauen in der Kirche ein. Ihm ist es ein Anliegen, innovative Wege in unserem Bistum zu gehen. Im letzten Jahr wurde die Gemeindeleitung durch hauptamtliche Laien im Bistum Osnabrück nach Canon 517, §2 des
Kirchenrechts eingeführt. Diese Regelung ermöglicht, dass erstmals Frauen die Leitung von Pfarrgemeinden im Bistum Osnabrück übernehmen können. Als Katholikenrat befürworten wir eine Ausweitung dieses Modells auf weitere Pfarreien/Pfarreiengemeinschaften.
Wir unterstützen die engagierten Bemühungen, die „Kirche der Beteiligung“ in unserem Bistum weiter umzusetzen und damit Frauen und Männer zunehmend in die Gestaltung von Kirche einzubeziehen.
Alle Christinnen und Christen sind aufgrund ihrer Taufe dazu berufen, Zeugnis für das Evangelium zu geben. Wir sprechen uns für Beauftragungen von befähigten Laien zur Predigt, zur Taufspendung, Eheschließungsassistenz, zum Krankensegen und zum Beerdigungsdienst aus.
Kooperative, gleichberechtigte Leitungsmodelle, in denen Frauen und Männer, Kleriker und Laien gemeinsam Verantwortung übernehmen, sichern eine gerechte Verteilung von Macht.
Im Wissen um die lehramtlichen Aussagen in dieser Frage 1 setzen wir uns als Katholikenrat dennoch ein für einen gleichberechtigten Zugang von Frauen und Männern zu allen kirchlichen Diensten und Ämtern bis hin zu den Weiheämtern. Wir beziehen uns dabei auf die „Osnabrücker Thesen“, die formulieren, dass „nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern begründungspflichtig ist, sondern deren Ausschluss“.2
Die Frage des Zugangs von Frauen hat auch eine starke ökumenische Relevanz. Sie betrifft alle Generationen, wobei mutige Entscheidungen vor allem für die Zukunft der jungen Generation in einer glaubwürdigen Kirche notwendig sind.
Georgmarienhütte, 7. 3. 2020
Vollversammlung des Katholikenrates

1 Apostolisches Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ , Papst Johannes Paul II., 22.05 1994
2 „Frauen in kirchlichen Ämtern, Reformbewegungen in der Ökumene“, Osnabrücker Thesen, 09.12.2017https://www.zdk.de/veroeffentlichungen/reden-und-beitraege/detail/OSNABRUeCKER-THESEN

Ostfriesen-Zeitung an kirchlichen Themen interessiert

Gespräch zwischen Chefredaktion und Vertretern der Kirchen in Ostfriesland
Die „Gedanken zum Sonntag“, die Mitte Januar zum letzten Mal in der Ostfriesen-Zeitung erschienen sind, werden trotz einiger Einwände nicht wieder belebt. Das erfuhren Vertreter ostfriesischer Kirchen am 25. Februar im Gespräch mit der OZ-Chefredaktion. Positiv nahmen sie zur Kenntnis, dass seitens der OZ großes Interesse daran bestehe, kirchliche Themen in der Zeitung zu haben. Verabredet wurde, sich etwa halbjährlich zu treffen. Die nächste Zusammenkunft soll nach den Sommerferien in der Superintendentur des Kirchenkreises Emden-Leer sein.
Beteiligt am Gespräch im Verlagshaus der OZ an der Maiburger Straße in Logabirum waren seitens der OZ Chefredakteur Joachim Braun und die stellvertretende Chefredakteurin Carmen Leonhard sowie seitens der Kirchen die Superintendentin des Ev.-luth. Kirchenkreises Christa Olearius, die Pressesprecherin des Ev.-luth. Sprengels Ostfriesland-Ems Dr. Hannegreth Grundman, die Pressebeauftragte des Kirchenkreises Emden-Leer Käthe Dübbel, der Pressesprecher der Ev.-ref. Kirche Ulf Preuß, Pastor Ingo Brookmann (Loga) als stellvertretender Präses des ev.-ref. Synodalverbandes Südliches Ostfriesland, Pastorin Anne Ulferts, Pastorin der drei ev.-ref. Kirchengemeinden Möhlenwarf, Weenermoor und St. Georgiwold, deren Praktikantin Tabea Pante und die Referentin des katholischen Dekanats Ostfriesland Brigitte Hesse.
Joachim Braun bedauerte, die Beteiligten nicht eher über das Ende der Sonntags-Gedanken informiert zu haben. Die Veränderungen der OZ hätten ihn sehr in Anspruch genommen. „Aber Kirche, Glaube und christliche Werte sollen weiterhin Platz in der OZ finden“, betonte er. Er schlug unter anderem vor, in einer Serie wöchentlich Pastorinnen und Pastoren in einer Art „Homestory“ vorzustellen, die Interessantes aus ihrem Dienst zu berichten hätten und Stellung zu christlichen Werten bezögen. Sie sollten bereit sein, über ihr Leben zu erzählen. Eingehen könnten sie beispielsweise darauf, wie seitens der Kirche mit der Radikalisierung der Gesellschaft umgegangen werde. Die Serie könnte etwa im April starten. Es wäre schön, wenn der Chefredaktion in Frage kommende Theologen genannt würden.
Denkbar seien auch Gastkommentare kirchlicher Vertreter, erklärte Carmen Leonhard.
Deutlich wurde im Gesprächsverlauf, dass auf beiden Seiten Interesse besteht, darzustellen, wie vielseitig sich Kirche in die Gesellschaft einbringt und was sie zu aktuellen Entwicklungen zu sagen hat. Zu möglichen Themen wollen sich die Beteiligten wechselseitig informieren bzw. Anfragen stellen. Zu Beginn der Gesprächsrunde waren die OZ-Vertreter darauf eingegangen, wie es zu der Einstellung der Sonntags-Gedanken gekommen war. Braun erinnerte an die „Lesewert“-Untersuchung im Herbst vergangenen Jahres. Demnach sei diese Kolumne nur in sehr geringem Maß wahrgenommen worden sei. Auf deren Einstellung hätten sich auch nicht mehr als 30 Leser mit Protest gemeldet. Auf den Wegfall der Comic-Reihe „Hägar“ dagegen seien es einige Hundert gewesen. Leser selektierten, was sie interessant fänden, sagte der Chefredakteur. Das seien vor allem Themen aus ihrem unmittelbaren Alltag – etwa was die Wohnung (Miete, Hauskauf) oder den Einkauf betreffe. Wenn Kirche über Kirche berichte sei es anders, als wenn Journalisten die Themen aufbereiteten.
Superintendentin Olearius bedankte sich im Namen der Runde für den Empfang in der OZ und für die Offenheit der Chefredaktion, mit der diese auf Fragen und Kritik reagiert habe.
                                                                                                                                                                   Käthe Dübbel

Zwischen Bereitschaft und tatsächlicher Organspende klafft eine Lücke

Die Situation in Deutschland ist paradox: Die Zahl der Menschen mit Organspendeausweis ist von 25 Prozent im Jahr 2010 auf 36 Prozent im Jahr 2018 gestiegen, ebenso hat die in Umfragen bekundete Spendenbereitschaft in diesem Zeitraum um fünf Prozentpunkte zugenommen. Doch gleichzeitig werden immer weniger Organe tatsächlich gespendet. Wie kann das sein? Dafür werden drei Gründe genannt:
1. Die deutsche Entscheidungslösung führe dazu, dass viele Menschen der Organspende zwar grundsätzlich positiv gegenüberstehen und das in Umfragen bekunden, sich aber keine konkreten Gedanken machen, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passiert und zum Beispiel trotz Spendenbereitschaft keinen Organspendeausweis besitzen.
2. 2012 wurde der größte Organspende-Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik aufgedeckt: In Göttingen, Regensburg, München und Leipzig haben Mediziner/-innen Krankenakten gefälscht, um ausgewählte Patientinnen und Patienten bevorzugt mit Spenderorganen zu versorgen. Der Skandal sorgte für viel öffentliche Empörung, in den Folgejahren sanken die Spenderzahlen. Um Vorfälle wie diese in Zukunft zu verhindern, wurde im Jahr 2012 eine Überwachungskommission und eine Prüfungskommission von Vertreterinnen und Vertretern der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Spitzenverband der Krankenkasse gegründet. Die Kommissionen überprüfen seither, ob sich die deutschen Transplantationszentren an die Richtlinien bei der Vermittlung von Spenderorganen und der Organisation der Wartelisten halten.
3. Organspenden waren für die Entnahmekliniken bislang ein Minusgeschäft. Denn der Pauschalbetrag, den die Krankenkassen an die Krankenhäuser zahlen, deckt laut diesen nur die Operation ab, nicht aber die vorherige Versorgung der Patient/-innen auf der Intensivstation. Zudem haben die Transplantationsbeauftragen der Krankenhäuser im Alltagsgeschäft kaum Zeit für ihre Aufgabe. Deswegen würden viele Kliniken nicht alle potentiellen Organspender melden.

 Text aus Pfarrbriefservice.de Bild: Hardy Welsch in Pfarrbriefservice.de

Bistumshaushalt umfasst rund 189 Millionen Euro

Kirchengemeinden erhalten größten Teil der Ausgaben

Das Bistum Osnabrück plant seinen diesjährigen Haushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 188,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresplan sind das nach Angaben von Finanzdirektor Joachim Schnieders rund 4,7 Millionen Euro mehr. Der Haushalt könne allerdings nur durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 3,4 Millionen Euro ausgeglichen werden, sagte Schnieders bei der Vorstellung des Haushaltplanes am Dienstag (14. Januar) in Osnabrück. Aufgrund der nach wie vor guten Wirtschaftslage geht Schnieders auch in diesem Jahr von einem leichten Zuwachs des Kirchensteueraufkommens aus.
Insgesamt 85 Prozent seiner Einnahmen erhält das Bistum durch die Kirchensteuer. Der größte Teil der Haushaltsmittel für dieses Jahr geht mit rund 62,2 Millionen Euro oder knapp einem Drittel der Gesamtausgaben an die 208 Kirchengemeinden, zum Beispiel für die Seelsorge, für Personal oder für Investitionen. Die Schlüsselzuweisungen für die Kirchengemeinden wurden pauschal um drei Prozent angehoben.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich „Caritas, soziale Dienste“, der 33,1 Millionen Euro erhält. Dazu gehören u.a. die Zuschüsse des Bistums für die Kindertagesstätten (15,5 Millionen Euro), die Caritasverbände (9,2 Millionen Euro) und die Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstellen (3,1 Millionen Euro). In den Bereich „Bildung, Kunst, Medien“ investiert das Bistum rund 28,3 Millionen Euro. Der Großteil davon fließt in die katholischen Schulen.
Trotz des Zuwachses beim Kirchensteueraufkommen aufgrund der guten Wirtschaftslage in Deutschland muss das Bistum laut Schnieders langfristig aber mit einem Rückgang des Steueraufkommens rechnen. Grund dafür seien rückläufige Taufzahlen, erhöhte Sternbezahlen und „deutlich erhöhte Kirchenaustrittszahlen“.
In einem Faltblatt unter dem Titel „Einblick – Kirchensteuer 2020“ hat das Bistum wieder Informationen über die Verwendung der Kirchensteuer zusammengestellt. Der Flyer ist in den Kirchengemeinden erhältlich, außerdem in der Finanzabteilung des Bischöflichen Generalvikariates, Hasestraße 40 a, 49074 Osnabrück, Tel. 0541 318-171, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder  www.bistum-osnabrueck.de/finanzen

 Digitalisierte Kirchenbücher - El Dorado für Familienforscher

Die Einträge in Kirchenbüchern aus 145 Pfarreien im Bistum Osnabrück können jetzt im Internet eingesehen werden. Georg Wilhelm, Joachim Herrmann und Maria Rehnen (von links) von Osnabrücker Bistumsarchiv haben sich um die digitale Aufbereitung der Seiten gekümmert.
(Bild: Bistum Osnabrück)

 

 

Das Bistumsarchiv kommt damit nach Angaben von Dr. Georg Wilhelm, der das Archiv betreut, zahlreichen Anfragen vor allem aus den USA und den Niederlanden entgegen, wo heute noch viele Nachfahren von Auswanderern aus dem Bistum Osnabrück leben. Das kostenlose Angebot sei „eine Fundgrube für Familienforscher“. Bis zum Jahr 1875 sind laut Wilhelm die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern oft der einzige Nachweis, dass eine Person überhaupt existiert hat: „Kirchenbücher liefern demografische Daten, geben Auskunft über gesellschaftliche Zusammenhänge, über Zuwanderung, aber auch Wegzug oder Auswanderung, Todesursachen, Todesalter, welchen Beruf jemand ausgeübt hat und wie seine gesellschaftliche Stellung war.“
Aufgrund von kirchenrechtlichen Schutzfristen sind die ins Internet eingestellten Daten mindestens 100 Jahre alt. Die ältesten Kirchenbücher stammen aus der emsländischen Gemeinde St. Nikolaus in Groß-Hesepe und gehen zurück bis ins Jahr 1612.

Die Kirchenbücher sind einsehbar über: http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/osnabrueck

 

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