Lesungen          Gottesdienste

Auftakt der Visitationsreise auf Langeoog

Weihbischof Johannes Wübbe führt in diesem Jahr die Visitationsreise durch Ostfriesland durch, bei der auch Firmungen stattfinden. Er startete am vergangenen Wochenende auf Langeoog, wo er dann auch Gespräche mit der Pfarrbeauftragten Susanne Wübker, den Gremienvertretern und unter anderen auch mit Bürgermeisterin Heike Horn führte. Letzteres Gespräch ist auf dem Podcast der Bürgermeistern in Auszügen zu hören, beginnend ab ca. Minute 7:00 und ist hier verlinkt.
Neben Gesprächen war der Höhepunkt aber die Firmung einer Langeooger Jugendlichen (Bild: Langeoog-news) , die zwar nicht im großen Feierrahmen, aber dennoch nicht minder festlich begangen wurde. Hier der Link zum Podcast:
https://gemeinde.langeoog.de/podcast/

 

 

"Leben im Sterben"  - Woche für das Leben vom 17. bis 24. April 

Die ökumenische Woche für das Leben 2021 steht in diesem Jahr unter dem Thema »Leben im Sterben«. Nachdem sie im vergangenen Jahr aufgrund des bundesweiten Lockdowns nicht stattfinden konnte, wird die Sorge um Schwerkranke und sterbende Menschen durch palliative und seelsorgliche Begleitung sowie die allgemeine Zuwendung thematisch erneut aufgegriffen. Das Thema ist durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid noch einmal dringlicher geworden. Den zentralen Auftakt der Woche für das Leben bildet die bundesweite Eröffnung am Samstag, 17. April 2021, in Augsburg durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Die ist auch als Live-Stream zu sehen. Nähere Infos und auch Fachartikel zum Thema auf der Seite www.woche-fuer-das-leben.de

Johannes Ehrenbrink jetzt im Ruhestand

Eine Krankheit machte es unumgänglich, dass Johannes Ehrenbrink nun in den Ruhestand geht, früher, als er beabsichtigt hatte, aber seiner Gesundheit geschuldet. Johannes trat 2002 seine Pfarrstelle in Aurich mit den Gemeinden St. Ludgerus Aurich und „Maria – Hilfe der Christen“ Wiesmoor an. an, - mit Elan, offenen Ohren und Armen für all die Menschen, die dazu gehörten. Diaspora nach Emsland und Bremen war neu für ihn, aber überraschend "vorn" und "offen". 2005 kam St. Joseph Neustadtgödens hinzu und 2007 St. Bonifatius Wittmund. 2009 wurde er zum Dechanten des Dekanats Ostfriesland gewählt und dann mit einer WIederwahl bestätigt. 2019 gab er das Amt an den dann gewählten Andreas Robben ab.
In seinem Ruhestand bleibt er in Aurich wohnen. Sein Abschied kann jetzt nicht gebührend mit einem großen Dankesfest begangen werden, sondern geschieht quasi in "kleinen Häppchen" in jeder der zur PG Neuauwiewitt gehörenden Gemeinde. Das Dekanat Ostfriesland, d.h. die Dekanatspastoralkonferenz und die Ag der Pfarrgemeinderäte dankt Johannes Ehrenbrink für inspirierende und bewegte Jahre in einem vertrauensvollen Miteinander auf Augenhöhe. Seinen Wunsch, statt Geschenken zum Abschied lieber eine Spende für die Litauenhilfe, die er über Jahre angetrieben hat, zu erbitten, passt zu ihm. Deshalb hier dann für alle die Kontonummer, auf die jede und jeder etwas überweisen kann: St. Ludgerus Aurich - Litauenhilfe DE 52 2835 0000 0000 0906 96
Johannes - werde gesund! Danke für alles, was Du im und für das Dekanat und die Gemeinden getan hast, wo Du ermutigt, angeschoben und Deine Gedanken eingebracht hast! Bleibe hoffnungsvoll - und ein Ostfriese, denn wie Enno Hektor vor über 150 Jahren schon dichtete: "In Ostfreesland is't am besten, over Freesland geiht der niks..."

Fit fürs Predigen

Bistum bietet Kurse für Frauen und Männer an / Predigtwoche „Wir verkünden das Wort“ kommt im September

Das Bistum Osnabrück will verstärkt Frauen und Männer in der Feier des Gottesdienstes sicht- und hörbar machen. Im Vorfeld der Aktion „Wir verkünden das Wort“, die im September stattfinden wird, gibt es deshalb Predigtwerkstätten, die allen Interessierten offenstehen.
Die Teilnehmenden lernen so die Grundkenntnisse der Predigtlehre und verschiedene Zugänge zu biblischen Texten kennen. In kleinen Gruppen geben und erhalten sie Rückmeldung auf ihre Ideen und bekommen Tipps für die Gestaltung in der Gemeinde.
Das Angebot umfasst fünf Kurse, die digital und wenn möglich auch in Präsenz stattfinden. Es wird von der Frauenseelsorge im Bistum und dem Bereich Liturgie in Zusammenarbeit mit dem Bibelforum Haus Ohrbeck organisiert. Die Kurse finden in der Zeit zwischen dem 12. April und 20. Juli statt und haben jeweils drei, beziehungsweise vier Termine.
Die Predigtwerkstätten sollen zur Teilnahme an der Aktion „Wir verkünden das Wort“ ermutigen: Ehren- und hauptamtlich Engagierte sind vom 12. bis zum 19. September dazu aufgerufen, in Gottesdiensten das Wort Gottes auszulegen. Die Aktion baut auf den Erfahrungen der Aktion „Frauen verkünden das Wort“ auf, die im vergangenen Jahr im Bistum Osnabrück stattfand und bei der mehr als 80 Frauen in rund 130 Gottesdiensten predigten.
Weitere Infos auf der Internetseite: www.bistum.net/wvdw2021

AG der Pfarrgemeinderäte protestiert

Die AG der PGR im Dekanat Ostfriesland hat Ende der vergangenen Woche in einem Brief an Bischof Bode das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kritisiert und eine Änderung verlangt. Unverständnis, aber auch ein Angriff auf die neue Bewertung von Sexualität und Beziehungen im Prozess des "synodalen Wegs" zeigen sich im Schreiben aus Rom, das so nicht stehen bleiben kann. Hier der Brief im Wortlaut zum download

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Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen? - Religiöser Buchtipp des Monats April 2021

Der Bochumer Theologe Matthias Sellmann versucht in diesem Buch, Christsein so auf den Punkt zu bringen, dass für Christen und Nicht-Christen deutlich wird, welche Lücke das Christentum hinterlassen würde, wenn es verschwindet. Dreh- und Angelpunkt für seinen Gedankengang sind die Aufgaben, die jeder Mensch zu bewältigen hat: erwachsen werden, einen Beruf ergreifen, eine*n Partner*in finden, mit Schicksalsschlägen klarkommen usw. Dabei sind alle Menschen auf Hilfe angewiesen; niemand kann das allein. Das Christentum kann eine solche Hilfe sein, weil es wichtige Kompetenzen dafür vermittelt.
Die Kurzformel christlicher Lebensweisheit
Die Kurzformel, die Sellmann für die Lebensweisheit Christentum ausgebrütet hat, hört sich beim ersten Lesen etwas sperrig an: „Christsein ist eine bestimmte, nämlich geistliche Form von Klugheit (phronesis). Diese Klugheit motiviert zu drei Kompetenzen, die sich im Vollzug dauernd wechselseitig ergänzen: immer weniger wegrennen (physis); aus sich herauskommen (kenosis); Kraft von außen aufnehmen (dynamis).“
Die Kurzformel basiert auf einer Passage aus dem Paulus-Brief an die Philipper (Phil 2,5-11: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest ...“). Daher stammen auch die griechischen Worte, auf die Sellmann nicht verzichten möchte. Er illustriert sie außerdem am Beispiel dreier Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Dietrich Bonhoeffer, Chiara Lubich und Madeleine Dêlbrel.
Und weil das gedruckte Wort heute allein nicht ausreicht, hat Sellmann mit dem Bochumer Zentrum für angewandte Pastoral die Kurzformel in Musik gefasst, eine Talkshow dazu produziert (beides auf youtube) und – tatsächlich! – Düfte entwerfen lassen. Die dem Buch beiliegende Karte duftet z.B. nach geistlicher Klugheit. Sie werden überrascht sein, wie frisch das riecht!
Anstoß für die Suche nach der eigenen Formel
Es sei nicht verschwiegen, dass die Lektüre eine gewisse Anstrengungsbereitschaft verlangt. Denn die Sprache schillert zwischen dem lockeren Stil eines Blogs und der Sprache eines Menschen, der leidenschaftlich Theologe und Sozialwissenschaftler ist. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich in das Buch zu vertiefen, denn es trägt dazu bei, das Wesentliche des Christseins nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht inspiriert die Sellmannsche Kurzformel ja Leser*innen dazu, ihre eigene Formel zu entwickeln. (Borromäusverein)
Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen?. Eine „Kurzformel“ ihres Glaubens. - Würzburg: echter 2020. - 128 Seiten; 9,90 €   Bild: Cover_202104_by_echter_verlag_by Pfarrbriefservide.de Text: Borromäusverein in: Pfarrbriefservice.de

KJO Freizeiten 2021 gehen von Durchführbarkeit aus

Das Dekanatsjugendbüro und die KJO-Verantwortlichen planen aktuell  das "KJO Pfingstzeltlager" und die "KJO Sommerfreizeit" soweit es geht, erstmal ganz normal und hoffen sehr, dass diese auch stattfinden können. Auf Ihrer Webseite schreiben sie: "Wir alle wissen um die Unsicherheit und Unplanbarkeit der aktuellen Situation rund um Corona. Dennoch möchten wir an unseren Freizeiten, die uns so viel bedeuten, festhalten, da wir das genau so gerne machen wie ihr gerne dabei seid! .."
Ab dem 20. Januar sind Anmeldungen auf den bekannten Wegen möglich. Wenn es Neuigkeiten gibt, erhalten die Angemeldeten dies per Mail oder können es auf der Homepage der KJO einsehen: www. kjb-ostfriesland.de
Das Pfingstzeltagerteam hat ein Vorbereitungstreffen für das Wochenende nach Ostern angesetzt. Spätestens danach werden die Verantwortlichen sich melden und über die aktuelle Situation informieren.

 

Wieder Taschen, Stolen, Buchhüllen aus Hungertüchern

Vor drei Jahren hatten wir an verschiedenen Orten im Dekanat Ausstellungen mit den bisher erschienenen MISEREOR-Hugertüchern. In Zusammenhang damit wurden viele der alten, großen und nicht mehr gebrauchten Hungertücher genutzt, um daraus Taschen, Buchhüllen und auch Stolen zu schneidern. Dies geschah in den Nähwerkstätten der sozialen Kaufhäuser und erfüllte damit einen doppelten Zweck: Übung für die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Einnahmen für die sozialen Kaufhäuser, die zwar auch durch die Arbeitsämter/Jobcenter unterstützt werden, aber eben auch selbst einen Teil erwirtschaften müssen. Jetzt sind wieder neue Produkte entstanden, die man direkt über Stefanie Holle, Geschäftsführerin der Caritas Ostfriesland bestellen kann. Auf Wunsch werden auch wieder Stolen angefertigt. Dazu setzen Sie sich bitte direkt mit Stefanie Holle in Verbindung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

#beziehungsweise: jüdisch und christlich –näher als du denkst!

Im Jahr 2021 können wir auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurückblicken. Aus diesem Anlass wird es ein Festjahr geben, an dem die Kirchen sich mit der ökumenisch verantworteten Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich -näher als du denkst“ beteiligen. Diese möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer gelenkt werden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.Das Bistum Osnabrück unterstützt diese Kampagne. Von Januar 2021 bis Januar 2022 werden im monatlichen Wechsel Plakate zur Veröffentlichung in Schaukästen oder an Schwarzen Brettern zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://bistum-osnabrueck.de/beziehungsweise-juedisch-und-christlich-naeher-als-du-denkst/

Tradition und Realitäten

Was ist Tradition? - Die nächste Vollversammlung des sog. "Synodalen Wegs", des Reformdialogs in der deutschen Kirche, in der es um die Themenkomplexe Macht, Sexualmoral, Priesterbild und um Rechte von Frauen in der Kirche, geht, muss wegen Corona wieder verschoben werden, von Februar auf September/Oktober 2021. Dennoch geht zwischenzeitlich das Ringen um Positionen, um Versöhnung kirchlicher Lehre mit dem realen Leben der Menschen, weiter. So melden sich immer wieder auch Theologinnen und Theologen zu einzelnen Themenfeldern zu Wort. Auf www.katholisch.de wurde heute (20.11.) ein Beitrag der Dogmatikerin Johanna Rahner rezensiert, der ursprünglich im Magazin "feinschwarz" veröffentlicht wurde. Darin geht es um die Frage nach den Quellen unserer Glaubensaussagen, danach, inwieweit neben der Schrift und der Tradition auch gerade die "vergessenen" Sichtweisen noch offenbarungsrelevant sind. Tradition ist ja nichts Monolithisches, sondern ist aus einem Prozess hervorgegangen und muss weiter prozesshaft gesehen werden. Dazu nimmt Johanna Rahner, die Professorin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Uni Tübingen ist, Stellung:

"Die Tübinger Theologin Johanna Rahner hat der Amtskirche eine gefährliche "Häresie der Vergesslichkeit" attestiert. Durch eine Zementierung theologischer Traditionen und kirchlicher Strukturen habe sich das Lehramt seit dem 19. Jahrhundert zunehmend von den gesellschaftlichen Realitäten entfernt, schreibt die Dogmatikprofessorin in einem am Donnerstag auf dem Online-Portal "feinschwarz" veröffentlichten Beitrag. Wo die von Pluralität und Demokratie geprägte Lebenswelt der Menschen in der Kirche ein Fremdkörper bleibe, nehme die "Glaubwürdigkeit ihrer Sendung Schaden", so Rahner. In Ihrem Text nahm die Dogmatikerin auf einen Ausdruck von Friedrich Nietzsche Bezug, wonach die Vergesslichen "selig" seien, "denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig". In der Kirche habe dieser Kampf gegen den eigenen "Erinnerungsballast" jedoch dazu geführt, dass die Vieldeutigkeit der eigenen Geschichte zugunsten einer scheinbar makellos fortschreitenden und unveränderlichen Lehre verdrängt worden sei. In etlichen Bereichen handle es sich dabei nicht um ein zufälliges Vergessen, sondern vielmehr um "absichtsvolles Verdrängen" durch die kirchlichen Verantwortungsträger. Vieles an der kirchlichen Struktur, das "bis heute mit dem Mantel des Gottgewollten und Ewigen umgeben wird, ist das Ergebnis eines historischen Verdrängungsprozesses", schreibt Rahner. Dies habe die fatale Folge, dass einem "zaghaft vorgetragenen 'Wir können auch anders'" in den aktuellen Reformdebatten stets die Behauptung einer "immer eindeutigen, stets gleichbleibenden, und daher zu bewahrenden 'Tradition'" als "katholischer Identitätsmarker" entgegengehalten werde.
Ausgrenzung Andersdenkender mit strukturellen Folgen
Rahner erklärt dieses Muster der theologischen Vereindeutigung als Konsequenz eines inzwischen überholten Offenbarungsverständnisses, das von einer übernatürlichen, dem Lehramt exklusiv zugänglichen göttlichen Wahrheit ausgehe. Demnach sei das unbeirrte Festhalten an der Tradition der Kirche die einzige Garantie, um diese Wahrheit vor Verunreinigungen zu schützen. Jeder "Ansatz von Pluralität im Inneren, jeder Hauch von Veränderung wird nun als Gefährdung dieser 'wahrhaft katholischen' und 'immer gleichen' Identität verstanden", so die Dogmatikprofessorin. Angesichts der "sogenannten 'Zerfallserscheinungen' der zeitgenössischen Gesellschaft" versuchten bestimmte Kirchenkreise deshalb seit Langem "einzig auf Aus- und Abgrenzung Andersdenkender" zu setzen. Diese Ablehnungshaltung sei nicht nur in inhaltlichen Fragen, sondern auch in struktureller Hinsicht wirksam. Besonders verhängnisvolle Konsequenzen für die Kirche bringe das etwa in Bezug auf "strukturelle Macht und institutionellen, d.h. systemischen Machtmissbrauch" mit sich, so Rahner weiter. Dabei sei die Theologiegeschichte deutlich vielfältiger und ließe weitaus größeren Spielraum zur Interpretation als lehramtliche Darstellungen oft Glauben machen wollten. Laut Rahner bestehe eine der wichtigsten Aufgaben der Theologie deshalb darin, unberücksichtigt gebliebene Argumente in der Dogmengeschichte aufzudecken und so eine "Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen als Innovationspool" voranzutreiben. Auch dem "unfehlbaren Glaubenssinn der Gläubigen", der "im 19. Jahrhundert strukturell bewusst kaltgestellt" worden sei, müsse für die dringend notwendige Erneuerung der Kirche wieder mehr "Systemrelevanz" zukommen, forderte die Theologin."

Text aus www. katholisch.de   Bild: ©Universität Tübingen

Angesagt statt Abgesagt

Abgesagt!
Heißt es wieder.

Abgesagt!
Ist wieder angesagt.                                                                  Abgesagt!                                                                              

Die Feiern, die Feste,
die Besprechungen,
die Versammlungen,
die religiösen Angebote …

Nicht abgesagt!
Die Hoffnung,
dass wir es
auch diesmal schaffen.

Nicht abgesagt!
Die Liebe und Nähe,
die trotz allem Abgesagten
zwischen uns fließen kann.

Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Anfrage zu Taufpaten - Hat das Amt noch Sinn?

Im letzten Kirchenboten fand sich ein Artikel, der viele junge Eltern angeht, die ihr Kind taufen lassen wollen und vor der Frage stehen, wie sie mit dem Thema "Paten" umgehen sollen. Deshalb hier der Abdruck des Artikels für die, die den KIBO nicht beziehen:

Ein Kind wird getauft.Damit ein Kind getauft werden kann, braucht es nicht unbedingt einen Taufpaten. Tradition hat das Amt dennoch.

Wenn ein Kind getauft werden soll, ist die Suche nach Taufpaten nicht immer einfach. Wer soll? Wer darf? Warum gibt’s die überhaupt? Und: Geht’s nicht auch ohne? Ein italienisches Bistum hat Anfang August auf sich aufmerksam gemacht, weil es die Taufpaten abschafft – zumindest auf Probe für die kommenden drei Jahre. Warum? Weil der Bischof und sein Bistum der Meinung sind, dass das Patenamt seinen Sinn verloren hat. Den Sinn des Patenamtes findet man in der Frühzeit der Kirche, damals, als Erwachsene zum christlichen Glauben kamen. Jedem, der sich taufen lassen wollte, wurde ein erprobter Christ – bei Frauen gewöhnlich eine Christin – an die Seite gestellt, um den Bewerber in den Glauben einzuführen. Die Zeit der geistlichen Einführung, das sogenannte Katechumenat, dauerte lange, oft ein ganzes Jahr von Ostern bis Ostern – da wächst Beziehung. Deshalb führte der Pate seinen Täufling nicht nur zur Taufe, sondern blieb ihm auch danach ein treuer Begleiter in Lebens- und in Glaubensfragen.
Als die Kirche später zur Kindertaufe überging, verlor das Patenamt seinen praktischen Sinn, denn für eine Einführung in den Glauben sind vor allem die Eltern zuständig. Wichtig wurde jetzt eine gewisse soziale Verantwortung. So übernahmen Gutsherren Patenschaften und finanzierten zum Beispiel den Schulbesuch. Oder Verwandte erklärten sich mit der Patenschaft bereit, das Kind großzuziehen, falls die Eltern sterben. Das Kirchenrecht definiert die Paten bis heute als Wegbegleiter im Glauben. Deshalb müssen Paten katholisch sein, getauft, gefirmt und dürfen nicht ausgetreten sein. Freunde oder Verwandte, die diese Kriterien nicht erfüllen, können nur als Taufzeugen fungieren (Canon 874 §2). Das passt vielen Eltern nicht, und oft ist es auch schwierig, jemand Passenden zu finden. Zumal die Begleitung im Glauben für viele Familien eben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die persönliche Beziehung zum Kind – und zu den Eltern. Das bemängelt der italienische Bischof – und setzt deshalb das Patenamt aus. Scheitern muss die Taufe daran nicht: Das Patenamt ist gemäß Kirchenrecht nur eine „Kann-Vorschrift“ (Canon 872).

Susanne Haverkamp  Copyright 2020, Kirchenbote  Bild: Klaus Herzog in Pfarrbriefservice.de

Fratelli tutti - eine Zusammenfassung der Botschaft von Papst Franziskus

Die neue Sozialenzyklika von Papst Franziskus ist veröffentlicht. Auf  gut 150 Seiten zeichnet er darin das Bild einer neuen solidarischen Gesellschaft, benennt die Ungerechtigkeiten, die es zu beseitigen gilt und macht Mut, wirklich große Schritte zu gehen. Wenngleich in manchen Teilen auch ein wenig zu ausführlich, wiederholend und manchmal blumig-appelativ, hat das Schreiben doch eine große Zustimmung in kirchlichen und auch außerkirchlichen Kreisen gefunden. Aber natürlich gibt es auch kritische Anmerkungen:

"Fratelli tutti" fehlt manch selbstkritischer Blick
Die Utopie, die Papst Franziskus in seiner neuen Enzyklika entwirft, sei dringender denn je, findet Pia Dyckmans. Doch was der Pontifex darin für die Gesellschaft fordert, dürfe er in der Kirche niemandem verweigern – besonders den Frauen.
Von Pia Dyckmans | Bonn - 06.10.2020

Papst Franziskus schreibt eine notwendige Sozial-Utopie. Die Enzyklika ist ein Befreiungsschlag des Papstes. Ein Weckruf. Ein Meilenstein, schreibt sogar ein Journalist. Grundsätzlich liest man einen Tag nach Veröffentlichung der Enzyklika "Fratelli tutti" viel Positives. Beinahe vergessen ist die Kritik über den nicht genderkonformen Titel, der aufgrund eines wörtlichen Zitats in seiner deutschen Übersetzung die 'Schwestern' zu vergessen scheint. Dass die Überschrift die "Schwestern" nicht einbezieht: geschenkt. Es ist schließlich ein Zitat, welches in anderen Sprachen durchaus genderkonform ist. Es kommt auf den Inhalt an und der lässt hoffen.
Papst Franziskus fordert eine neue Weltordnung, statt wirtschaftliche Interessen soll das Allgemeinwohl die Richtung weisen. Zum wiederholten Mal schärft er den Blick für die Leidenden in der Gesellschaft und, was mich besonders freut, er tritt sogar für die Frauenrechte in der Welt ein. An mehreren Stellen in der Enzyklika thematisiert er sehr deutlich die Ungleichheiten zwischen den beiden Geschlechtern. Er betont zurecht, dass "die Frauen genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben wie die Männer". Er wird sogar noch deutlicher, wenn er schreibt, es sei inakzeptabel, "dass eine Person weniger Rechte hat, weil sie eine Frau ist".
Aber wie so oft, wenn es um das Thema der Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche geht, es folgt ein "aber". So lobenswert sein Einsatz für die Rechte der Frauen ist, fällt ein wiederkehrendes Muster auf. Die Frau wird als das schwache Geschlecht dargestellt, indem lediglich ihre Verletzlichkeit, aber nicht auch ihre Stärken hervorgehoben werden. Auch in den beinahe 300 Fußnoten findet sich keine einzige Autorin. Zudem lässt mich ein Satz aufhorchen: "Mit Worten behauptet man bestimmte Dinge, aber die Entscheidungen und die Wirklichkeit schreien eine andere Botschaft heraus." Eine treffende Analyse, doch wo ist hier der selbstkritische Blick auf eigene Strukturen?
Ja, die Sozial-Enzyklika ist gut und notwendig. Sie schreibt eine Sozial-Utopie, die wir gerade im Angesicht der Corona-Pandemie dringender denn je benötigen. Doch lieber Papst Franziskus, was Sie für die Gesellschaft berechtigterweise fordern, dürfen Sie in den eigenen Reihen niemanden verwehren. Ist "Fratelli tutti" etwa auch ein Weckruf für die eigene Sache? Was für eine Kraft könnte ein solcher Text haben, wenn die Kirche selbst ein Vorbild wäre.

Von Pia Dyckmans, Presse- und Öffentlichkeitsreferentin der Jesuiten in Deutschland und Schweden, entnommen aus www.katholisch.de

 

Rückschlag für die Ökumene?

Ökumenisches Theologenpapier "Gemeinsam am Tisch des Herrn" von Rom zurückgewiesen

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, hat die deutschen Bischöfe nach dem Brief der Glaubenskongregation vor Alleingängen in der Abendmahlsfrage gewarnt. "Wenn die deutschen Bischöfe ein solches Schreiben der Glaubenskongregation weniger hoch bewerten würden als ein Dokument einer Ökumenischen Arbeitsgruppe, dann würde in der Hierarchie der Kriterien bei den Bischöfen etwas nicht mehr stimmen", sagte Koch in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Gespräch mit der "Herder Korrespondenz" (Oktober-Ausgabe). Nach dieser Wortmeldung könnten die Bischöfe "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".
Das Schreiben der Glaubenskongregation sei eine "sehr ernste sachliche Auseinandersetzung" mit dem Text "Gemeinsam am Tisch des Herrn" des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) in Deutschland, so Koch weiter. Es signalisiere "eindeutig", dass in dem Ökumene-Papier Fragen berührt seien, "die nicht einfach die Kirche in einem Land für sich entscheiden kann". Zudem stelle der Text ökumenisch strittige Fragen als gelöst oder zumindest nicht mehr kirchentrennend dar, was aber nicht zutreffe. Koch, der nach eigenen Angaben in die vatikanische Prüfung des ÖAK-Dokuments eingebunden war, habe den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, schon frühzeitig auf Defizite in dem Papier hingewiesen. "Es scheint ihn nicht überzeugt zu haben", so Koch.
Am Wochenende war eine theologisch begründete Absage des Vatikan an gegenseitige Eucharistie-/Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten bekannt geworden. Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der je anderen Konfession derzeit ausschlössen. Auch für eine "individuelle Gewissensentscheidung" gebe es keine Grundlage, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation an den DBK-Vorsitzenden Bätzing.Die oberste katholische Glaubensbehörde äußert damit ihre Einwände gegen das gemeinsame Votum des ÖAK zur wechselseitigen Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie. Deren Text vom vergangenen September, den auch Bätzing mitverantwortete, sollte zur Überwindung einer langjährigen Blockade beitragen. Bätzing hatte unlängst angekündigt, dieses Modell werde auch beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt im kommenden Jahr Anwendung finden.
...

In der Diskussion über eine mögliche wechselseitige Teilnahme an Eucharistie/Abendmahl von Katholiken und Protestanten hat die katholische Theologin Dorothea Sattler auf Kritik des Vatikans reagiert. Sie vermisse Wertschätzung für das Anliegen und Anerkennung der theologischen Arbeit seitens des Vatikans, sagte Sattler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sattler ist die Mitautorin des ökumenischen Votums zur Teilnahme an der Eucharistie bzw. am Abendmahl der jeweils anderen Konfession, das im September vergangenen Jahres veröffentlicht wurde....Gleichzeitig sei sie dankbar für die "große Rezeption" des Papiers "Gemeinsam am Tisch des Herrn", sagte Sattler: "Darin liegt die Chance, dass wir unsere theologischen Argumente erneut vortragen können." Die deutschen Bischöfe wollen sich während ihrer Herbstvollversammlung, die bis Donnerstag in Fulda stattfindet, mit der Stellungnahme des Vatikans befassen...
Sattler sagte, immer wenn im ökumenischen Dialog die Handlungsebene betreten werde, schreckten viele dann doch zurück. Seit vielen Jahrzehnten gebe es theologische Arbeiten zum Ämter- und Sakramentenverständnis. "Wir können nicht jedes Mal wieder von vorne beginnen, es liegen bereits so viele Studien vor, die keine Anerkennung finden", sagte die Münsteraner Professorin. "Wir sind gewiss bereit, unser Papier theologisch zu prüfen und weiterzuentwickeln, aber nur dann, wenn wenigstens die Perspektive besteht, dass sich dann auch in der Praxis etwas ändert."
Sattler wies Kritik der Glaubenskongregation zurück, das Votum trenne Christus von der Kirche. Richtig sei, dass das Papier zwischen Jesus Christus, der zum Mahl einlade, und der Kirche unterscheide. Der Vorwurf der Trennung sei aber unzutreffend. Die eigentliche theologische Begründung des Votums werde in der Stellungnahme des Vatikans nicht besprochen, sagte Sattler. Autoritäten aller Kirchen hätten zu achten, dass Jesus Christus selbst in der Kraft des Geistes Gottes seine Gegenwart einer Gemeinschaft verheißen habe, die sich zum Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung versammelt: "Jesus Christus setzt sich selbst wirksam präsent, wo er es möchte - darauf vertrauen wir in der Ökumene gemeinsam und suchen seine Nähe."

 

Handys, Goldhandy - und eine gute Idee

Auch in diesem Jahr ruft missio dazu auf, alte Handys nicht liegen zu lassen, sondern abzugeben und damit für das Projekt "Schutzengel", aber eben auch für die Nachhaltigkeit etwas zu tun. Im Dekanat haben wir bereits vor zwei Jahren zentral gesammelt - jetzt könnte das doch auch eine Aktion für die einzelen Gemeinden sein?

Jeder von uns hat zwei bis drei ausgemusterte Handys zu Hause liegen, sagen die Statistiken: In Schubladen, im Keller, auf dem Speicher, in der Krimskramskiste oder wo auch immer. 200 Millionen alte Smartphones haben die Deutschen nach Informationen des Digitalverbands Bitkom angehäuft. Und wer hat all diese Handys, in denen sich wertvolle Mineralien befinden, wo versteckt?
missio will das mit der Schubladen-Challenge herausfinden und dazu motivieren, Freunde und Familie auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn es ist an der Zeit, diesen Elektroschrott zu entsorgen. Um die darin enthaltenen Bodenschätze zu gewinnen, mussten Millionen Tonnen von Erz abgebaut werden. Das geht mit Recycling einfacher und umweltfreundlicher. Wer missio sein altes Handy spendet, entsorgt diesen Elektroschrott verantwortungsbewusst und ermöglicht fachgerechtes Recycling. Dabei werden die Daten der Althandys komplett gelöscht. Das garantieren die Recycling-Partner von Mobile-Box. missio erhält von Mobile-Box einen Anteil des Recyclingerlöses für Hilfsprojekte im Kongo. missio wettet, dass Freunde und Verwandten noch viele aussortierte Handys ausfindig machen und für den guten Zweck spenden. Top, die Wette gilt!
Vom 07. Bis zum 15. November 2020 ruft missio zudem zur „Woche der Goldhandys“ auf. In diesem Aktionszeitraum werden an mehreren hundert Standorten bundesweit mit vielen Kooperationspartnern Handys gesammelt. Mit dieser Aktionswoche ruft missio seit 2017 zum vierten Mal die Woche der Goldhandys aus. Seitdem wurden über 150.000 alte Mobiltelefone gespendet. Unter allen Teilnehmern der Handyspenden-Aktion verlost missio als Hauptpreis ein fair produziertes Smartphone, als zweiten Preis ein aufbereitetes Smartphone von „Futurephones-Shop“.
Weitere Infos finden sich online unter www.missio-hilft.de/handyspende.

Manchmal stößt man auf Texte, die muss man sofort weitergeben. Der nachfolgende ist von Andrea Schwarz, Schriftstellerin und pastorale Mitarbeiterin in unserem Bistum. Gerade erst hat sie über die Kath. Erwachsenenbildung Vorträge in unserer Region gehalten und sich der Diskussion gestellt. Heute - veröffentlich im Bistumsblog- stellt sie die Forderung auf, die Corona-Entschleunigungen und -ausfälle hinter sich zu lassen und auf Sicht und mit Verantwortung wieder loszulegen in Pastoral und sonstigem kirchlichen Geschehen.Wer jetzt nicht loslegt, wird nächstes Jahr vielleicht niemanden mehr vor sich finden, mit dem er/sie dann etwas fortsetzen kann. Also: Mut! 

Auf Sicht fahren – aber fahren!

Irgendwie fiel mir die Tage eine kleine Episode ein, die ich vor einigen Jahren auf der Fähre nach Juist erlebt habe. Wir wollten uns damals im Dezember noch ein paar Tage adventliche Auszeit gönnen – und wenn man schon das Privileg hat, so nah an den Inseln zu wohnen, warum die Chance nicht nutzen und einfach hinfahren?
Als die Fähre in Norddeich ablegte, lag eine richtig dicke Nebelsuppe über der See – und so machten wir es uns unter Deck bei einem Kaffee gemütlich. Schließlich meldete sich der Kapitän per Lautsprecher zu Wort: „Wir müssten gleich im Juister Hafen anlegen. Wir sehen ihn zwar noch nicht, aber nach unseren Instrumenten müsste er da sein.“ Wir beide sahen uns an und mussten lachen.
Warum mir mitten im Juli diese Dezember-Nebel-Geschichte von Juist einfällt?
Im Moment fahren wir aufgrund von Corona auch ein bisschen im Nebel umher. Man kann nicht so arg weit gucken und muss deshalb besonders aufpassen. Leider gibt es keine Instrumente, die uns und unseren Kapitänen den Weg durch den Corona-Nebel zeigen. Und dazu kommt, dass wir die Gewässer, durch die wir grad steuern, nicht kennen. Deshalb müssen wir langsam machen und „auf Sicht fahren“, um rasch gegensteuern zu können, wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert.
Ja, es war richtig, in den letzten Monaten alle unnötigen Fahrten einzuschränken, um mit der akuten Situation klar zu kommen. Aber Bischof Bode hat zu Recht darauf hingewiesen, dass wir jetzt aus der akuten in eine „chronische Phase“ von Corona kommen. Und deshalb müssen wir lernen, irgendwie mit dem Virus zu leben.
Das heißt aber auch, so langsam mal wieder ins Planen zu kommen, Perspektiven zu entwickeln, Ideen zu spinnen. Nicht nur Notstandsverwaltung zu machen, sondern kreativ das Herbst- und Frühjahrsprogramm anzugehen, natürlich unter Einhaltung aller Hygienekonzepte und Wahrung aller Abstandsregeln. Und unter allem Vorbehalt, wie die aktuelle Situation sich weiter entwickelt. Es geht eigentlich darum, so eine Art „Programm trotz Corona“ zu machen, Veranstaltungen zu planen, Referent*innen anzufragen, das Pfarrheim zu belegen. Endlich mal wieder „in die Pötte“ zu kommen …
Ja, es kann sein, dass die aktuelle Situation uns dann dazu zwingt, das eine oder andere wieder abzusagen. Aber das haben wir in den vergangenen Monaten gut gelernt, das können wir inzwischen. Und jede*r hat Verständnis dafür – Teilnehmer*innen, Referent*innen, Veranstalter.
Planen müssen wir grad erst wieder neu lernen.
Aber wenn wir jetzt nicht voraus schauen und damit keine Veranstaltungen im Terminkalender stehen haben, dann wird im nächsten Jahr auch nichts laufen.
Wir werden wohl noch einige Zeit „auf Sicht fahren“ müssen. Das ist nicht schön, und wir mögen es nicht. Aber wie heißt es auf einer dieser netten Spruchkarten? „Wir sind hier nicht bei „wünsch dir was“, sondern bei „so isses“.
Vielleicht es einfach probieren – nicht wild drauf los, sondern verantwortet, überlegt. Schritt für Schritt. Auf Sicht fahren. Und absagen können wir auch nur das, was wenigstens schon mal geplant war.
Aber auf jeden Fall nicht im Hafen liegenbleiben und vor sich hin dümpeln …

"Dein Herz lebe auf!" - Bibelauslegungen der deutschen Bischöfe als Buch

"Dein Herz lebe auf!" So heißt ein neues Buch, in dem 23 deutsche Bischöfe in der Corona-Pandemie tröstende Bibelstellen auslegen. Nach Auffassung des Initiators und Herausgebers, des Osnabrückers Bischof Franz-Josef Bode, bietet die Bibel bietet während Corona die besten Punkte zum Festhalten und Getröstet-werden. Bode verweist auf die oft nicht wahrgenommene große Rolle der Kirche während Corona und erklärt, wie das Projekt zustande kam und warum nicht alle Oberhirten sich an dem Buch beteiligt haben. Hoffnung und Trost in der Corona-Krise zu vermitteln -das war die Motivation eines Großteils der deutschen Bischöfe zu diesem Buch, in dem Bibelstellen ausgelegt werden. Dazu sei gerade jetzt die richtige Zeit.
Das Buch:Franz-Josef Bode (Hrsg.): Dein Herz lebe auf! Tröstende Bibeltexte erschlossen für schwere Zeiten. Stuttgart: Katholische Bibelanstalt, 256 Seiten, 18,95 Euro.

Kirchenstatistik zeigt wachsende Entfremdung von kirchlicher Tradition

Einen signifikanten Anstieg der Kirchenaustrittszahlen hat das Bistum Osnabrück für das vergangene Jahr zu verzeichnen: Insgesamt traten rund 5.200 Katholiken aus der Kirche aus, das sind 1.600 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Wie aus der jetzt vorgelegten Bistumsstatistik 2019 hervorgeht, zählt das Bistum rund 547.000 Katholiken, 6.000 weniger als im Vorjahr. Knapp zehn Prozent der Katholiken besuchen die Sonntagsgottesdienste.

Vergleichsweise wenige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es bei der Zahl der Taufen (4.196) und der Erstkommunionen (4.330), die sich jeweils um gut 140 gegenüber 2018 verringert haben. Rückläufig ist mit 914 auch die Zahl der kirchlichen Trauungen, die im Jahr davor noch bei 983 lag. Nur wenig geändert hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der kirchlichen Bestattungen: Sie liegt seit über 20 Jahren bei mehr oder weniger 5.000 (2019: 4.979).

Der sprunghafte Anstieg der Kirchenaustrittszahlen ist nach den Worten von Generalvikar Theo Paul eine „sehr schmerzliche Entwicklung“. Viele Menschen seien vor allem durch den Missbrauchsskandal tief erschüttert. Es seien auf allen Ebenen vertrauensbildende Initiativen und Anstrengungen notwendig, um Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen. Offenheit, Transparenz und Reformwille sind dabei laut Paul unerlässliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Insbesondere für die Amts- und Funktionsträger bedeute das eine entscheidende Herausforderung.

Bild: Martina Gahbauer in pfarrbriefservice.de   Text Pressestelle des Bistums

Kfd: Frauen sind für Kirche "systemrelevant"

Seit einem Jahr geistert ein purpurnes Kreuz durch die sozialen Netzwerke – Symbol für die Forderung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, auch Frauen zu Priestern zu weihen. Durch Corona fühlt sich der Verband darin noch weiter gestärkt.

Düsseldorf - 15.06.2020
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) sieht Frauen für die Kirche als "systemrelevant". Gerade in der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass Frauen das kirchliche Leben nicht nur "prägen, sondern entscheidend mittragen", sagte die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil am Montag in Düsseldorf. Deswegen bekräftigt der Frauenverband auch in der Pandemie weiterhin seine Forderung, Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen zu weihen. "Wir Frauen wollen der Kirche nicht nur dienen, sondern auch Verantwortung und Macht übernehmen", so Heil. Dazu setze der Verband große Hoffnungen auf den "Synodalen Weg", dem aktuellen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.
Als Beispiel für das Engagement von Frauen in der Corona-Krise nannte Heil die Einladung zu virtuellen Gebetsketten sowie die Aufzeichnung von Videogottesdiensten. Zum Tag der Apostelin Junia Mitte Mai hätten zudem zwölf Geistliche Leiterinnen und Begleiterinnen der kfd zum ersten bundesweiten Predigerinnentag des Frauenverbands Predigten gehalten – einige davon sogar in einer Eucharistiefeier.
Heil äußerte sich aus Anlass der Verabschiedung des kfd-Positionspapiers "gleich und gleichberechtigt" vor einem Jahr. Darin wird erstmals der Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der katholischen Kirche gefordert, also auch zum Priesteramt. Als Symbol dafür führte die kfd damals ein purpurfarbenes Kreuz ein. Es erinnert an Lydia, die erste europäische Christin. Sie war eine selbstbewusste Frau und Purpurhändlerin, die Farbe zu ihren Lebzeiten ein kostbares Statussymbol. "Wir knüpfen damit an die Würde an, für die diese Farbe bei hohen Amtsträgern in der katholischen Kirche steht, und wollen ausdrücken: Wir haben von Gott dieselbe Würde verliehen bekommen, da steht es keinem Menschen zu, uns Berufungen und Eignungen abzusprechen, nur, weil wir Frauen sind", so Heil. Das purpurfarbene Kreuz findet nach Angaben der kfd-Vorsitzenden inzwischen immer weitere Verbreitung. So sei es etwa in den sozialen Medien in vielen Beiträgen zu finden. Bei einer Unterschriftensammlung sprachen sich zudem rund 130.000 Unterzeichner für eine geschlechtergerechte Kirche aus. (gho)  (Bild und Artikel aus www.katholisch.de)

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