Sprachverwirrung heute
Heiliger Geist? Keine Ahnung, vielleicht ein besonders guter Schnaps?

 Heiliger Geist? Keine Ahnung, vielleicht ein besonders guter Schnaps?
 Im Schulunterricht einer etwas größeren Stadt fragte ein Lehrer die Kinder. "Wisst ihr, was ein Märtyrer ist?" - und rechnete eigentlich nicht wirklich mit einer Antwort seiner Schüler. Doch ein Junge zeigte auf und sagte, ganz stolz über sein Wissen: "Klar, das ist ein Auto!" Der Lehrer schaute wohl etwas verwirrt, so dass der Junge erklärend hinzufügte: "Naja, wenn ein Auto mehrere Türen hat, dann ist es ein Mehrtürer!"
Ich stutzte einen Moment, als mir die Geschichte erzählt wurde, musste lachen - und kam dann ins Nachdenken. Zugegeben, es kann durchaus sein, dass ein Kind mit dem Begriff "Märtyrer"  wirklich noch nichts anzufangen weiß..., aber es könnte auch gut sein, dass wir auch bei vielen Erwachsen ein Schulterzucken ernten würden, wenn wir sie danach fragten. Ein Wort, das für uns in der Kirche eindeutig und bekannt ist, wird von anderen, die der Kirche eher fernstehen, heute eben nicht mehr verstanden. Wir haben eine Inside-Sprache entwickelt, die uns als "Kirchenleuten" vertraut ist, ja die sogar die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zum Ausdruck bringt und damit identitätsstiftend ist. Gleichzeitig aber grenzt unsere interne Sprache alle diejenigen aus, die mit unseren "Fachbegriffen" nicht vertraut sind. Okay, das haben alle "Gruppensprachen" so an sich. Problematisch wird es dann, wenn wir gerade die erreichen wollen, die etwas distanzierter zu Kirche stehen, aber die unsere Sprache eben nicht mehr verstehen. Noch zwei Beispiele? "Ich arbeite im Seelsorgeamt, das hat insgesamt 38 MItarbeiter." - "Ach, das ist ja interessent! Und wieviele arbeiten dann  in diesem Pontifikalamt?"- "Am Sonntag ist Hochamt!" - "Und wann ist dann das Tiefbauamt dran?"
Und wenn jemand sonst nur Grundbücher und Standesamt und Finanzamt kennt, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn auch bei der Einladung zu einem Hochamt gefragt wird, in welcher Straße und in welchem Gebäude man das findet.
Nein, wir brauchen uns deswegen jetzt sprachlich nicht unbedingt zu verknoten, finde ich. Ich bin auch ganz froh, wenn ich einem Kollegen einfach das Kürzel "Joh 10,10" zuwerfen kann - und mich vertanden fühle.
Aber in dem Moment, wo wir Menschen ansprechen und erreichen wollen, die gerade nicht zum "inneren Kreis" gehören,. könnte es durchaus angesagt sein, unser "kirchliches Vokabular" einmal kritisch zu überprüfen. Was sagen wir? Was wollen wir einfach damit zum Ausdruck bringen? Und was hören und verstehen die Menschen?
Damit Märtyrer nicht einfach zum Auto werden - und der Heilige Geist nicht bei den Spirituosen landet.
          Text: Andrea Schwarz in Anzeiger für die Seelsorge 6/17  s. 26

Ehrlichkeit

Ein Bäcker bezog vom Bauern Butter und der Bauer vom Bäcker Brot. Nun schien es dem Bäcker, als ob die Butterstücke, die drei Pfund wiegen sollten, immer leichter würden. Die Waage gab ihm recht, und  er verklagte den Bauern. "Ihre Butterstücke sollen nicht die erforderliche Schwere haben", sagte der Richter zum Bauern,"sie sollten je drei Pfund wiegen, aber sie wiegen viel weniger." "Ausgeschlossen", sagte der Bauern,"ich habe sie doch jedes Mal nachgewogen.""Stimmen die Gewichte Ihrer Waage vielleicht nicht?" fragte der Richter. Der Bauer war erstaunt: "Gewichte? Die habe ich nicht." "Aber womit wiegen Sie denn dann die Butter aus?" "Sehen Sie, Herr Richter, ich krieg mein Brot vom Bäcker, und so ein Laib Brot wiegt drei Pfund, nicht wahr? Nun, dann lege ich auf die eine Seite der Waage meine Butter und auf die andere Seite einen Laib Brot, und dann balancier ich das aus." Sprach's und zog einen Laib Brot des Bäckers hervor. Der Richter wog nach - die Butter war aufs Haar genauso schwer wie das Brot. Der Richter lachte, der Bauer lächelte, und der Bäcker tobte.                                                         Verfasser/Quelle unbekannt

Auf alles vorbereitet?

Für Ihre Hausapotheke empfehle ich:

 - etliche Fläschchen Humor,         
- viele Ampullen Freude,
- eine Büchse Lachen,
- ein paar extra Portionen Lächeln,
- eine große Dose Lob,
- eine Sprühdose Gelassenheit,
- eine Riesentube Streicheleinheiten,
- eine Schachtel mit ganz viel Zeit,
- eine Mixtur aus Zuhören und Verständnis,
- ein paar Stücke Mitgefühl,
- eine Doppelpackung Trost,
- mehrere Röhrchen Aufmunterung,
- ein Dutzend Umarmungen,
- eine Handvoll freundlicher Gesten,
- eine Vorratsflasche Liebe
- und mindestens hundert gute Worte.

Alles längst vorhanden?
Na, dann kann ja nichts schiefgehen!

                                      Gisela Baltes, In: Pfarrbriefservice.de

Osternach(t)
Politlyrik zur Osterzeit von Peter Schott 

 

Nach Ostern
ist nicht vor Ostern.

Nach Ostern
ist immer Ostern.

© Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

© Bild: Friedbert Simon, in: Pfarrbriefservice.de