Auf dem Weg nach Weihnachten

Jetzt beginnt wieder die Zeit , in de wir uns - sichtbar und hörbar unterstützt (oder auch abgelenkt?) durch Werbung, Märkte, Deko und mehr- einstellen auf das Weihnachstfest. Die biblischen Texte im Advent verdoppeln aber nicht diese Heimeligkeit, sondern fordern heraus, ja stören vielleicht auch mit ihren Szenarien von Weltuntergang, von Umkehrrufen und Besinnung. Oder doch nicht? 

"Gott wird nicht nur in Bethlehem geboren,
nicht so, wie wir es in der stillen, heiligen Nacht besingen.
Gott wird geboren, wo es dunkel ist,
wo Menschen in den Trümmern eines Krieges leben,
in der Armseligkeit einer Slumhütte,
in dem reuigen Herzen eines Verbrechers.

Gott wird geboren in uns Menschen,
wenn wir nur einen Sinn dafür hätten,
wenn wir wahrnehmen würden,
zu welcher Größe wir berufen sind,
zu welcher Liebe wir fähig wären,
wie wir über uns hinauswachsen könnten,
wenn wir nicht besetzt wären von anderen Gedanken,
Gedanken des Habens und Geltens,
des Brauchens und Benutzens.

Gott will Frieden auf Erden, in allen Menschen,
dazu muss er immer wieder in uns geboren werden.

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

Ein Bild vom Frieden

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.
Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.
Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.
Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.
Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.
Welches Bild gewann den Preis?
Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“

Es gibt Texte, die verlieren niemals ihre Aktualität. Der nachfolgende von Oscar Romero, der gerade in diesen Tagen heiliggesprochen wurde, ist es. Er bringt auf den Punkt, dass alles davon abhängt, dass wir uns bewegen, einsetzen, aber wissen, dass wir nicht alles können und schaffen. Dafür ist dann Gott zuständig - und er will es auch sein.

"Es hilft, dann und wann zurückzutreten
und die Dinge aus der Entfernung zu betrachten.
Das Reich Gottes ist nicht nur jenseits unserer Bemühungen.
Es ist auch jenseits unseres Sehvermögens.
Wir vollbringen in unserer Lebenszeit
lediglich einen winzigen Bruchteil
jenes großartigen Unternehmens,
das Gottes Werk ist.
Nichts, was wir tun, ist vollkommen.
Dies ist eine andere Weise zu sagen,
dass das Reich Gottes je über uns hinausgeht.
Kein Vortrag sagt alles, was gesagt werden könnte.
Kein Gebet drückt vollständig unseren Glauben aus.
Kein Pastoralbesuch bringt die Ganzheit.
Kein Programm führt die Sendung der Kirche zu Ende.
Keine Zielsetzung beinhaltet alles und jedes.
Dies ist unsere Situation. Wir bringen das Saatgut in die Erde,
das eines Tages aufbrechen und wachsen wird.
Wir begießen die Keime, die schon gepflanzt sind in der Gewissheit,
dass sie eine weitere Verheißung in sich bergen.
Wir bauen Fundamente, die auf weiteren Ausbau angelegt sind.
Wir können nicht alles tun. Es ist ein befreiendes Gefühl,
wenn uns dies zu Bewusstsein kommt.
Es macht uns fähig, etwas zu tun und es sehr gut zu tun.
Es mag unvollkommen sein, aber es ist ein Beginn,
ein Schritt auf dem Weg, eine Gelegenheit für Gottes Gnade,
ins Spiel zu kommen und den Rest zu tun.
Wir mögen nie das Endergebnis zu sehen bekommen,
doch das ist der Unterschied zwischen Baumeister und Arbeiter.
Wir sind Arbeiter, keine Baumeister.
Wir sind Diener, keine Erlöser.
Wir sind Propheten einer Zukunft, die uns nicht allein gehört."

                                                                          Oscar Romero                                                                       
Bild: Achim Pohl in: Pfarrbriefservice.de

Feiern erlaubt

Es ist - auch 29 Jahre nach dem Geschehen- immemr noch ein Wunder, dass die Geschichte ohne Gewalt eine neue Seite aufschlug: das Fallen der Mauer, die deutsche EInheit, die scih bis heute zwar als ein mühsamer Prozess zeigt, aber doch voran kommt und immer noch ein Beispiel für weiterhin gespaltene Staaten ist, wie z.B. Korea. Hier ist zusammengekommen, was auch immer zusammengehört; das Wunder und die Arbeit daran, es wirklich wirksam werden zu lassen. Wenn etwas geschieht, womit wir nicht rechnen konnten, ist das immer der Auftakt zu einem weiteren Tun, das nach uns selbst, unserem Herzblut, unserem Einsatz ruft. Auch in der Kirche.

Ermutigung zum Handeln

Wenn du dir die Hände
nicht schmutzig machen willst
und dir einredest,
dass genug andere Menschen aktiv werden könnten,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für die Wahrheit zu entscheiden.
Wenn du merkst,
dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich einzumischen
und Partei zu ergreifen für ein Leben in Würde.
Wenn du erkannt hast,
was auf dem Spiel steht,
aber vor den damit verbundenen Hindernissen zurückschreckst,
dann wünsche ich dir den Mut,
über deinen Schatten zu springen.

Angela Lohausen, Früh-/Spätschichten MISEREOR-Fastenaktion 2012

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen